Wahlleistungen in der Schwangerschaft

Liebe Patientin,

zu Ihrer Schwangerschaft gratulieren wir Ihnen herzlich.
Gerne möchten wir Sie über vorgeburtliche Untersuchungen und mögliche Zusatzuntersuchungen, sog. individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), in der Schwangerschaft informieren:

Sonographie (Ultraschall)

In den Mutterschaftsrichtlinien sind drei Ultraschalltermine während der Schwangerschaft vorgesehen (9.- 12.SSW., 19.- 22.SSW und 29.- 32. SSW), diese werden von den Krankenkassen bezahlt.
Ultraschalluntersuchung 19.-22. SSW.: hier können Sie zwischen zwei Alternativen wählen, um evtl. Auffälligkeiten zu erkennen:
•    „Basis-Ultraschalluntersuchung“
•    „Erweiterter Basis-Ultraschalluntersuchung“
Bei einem normalen Schwangerschaftsverlauf sind diese Termine aus medizinischer Sicht vollkommen ausreichend.
Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen sind Wunschleistungen und werden nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Toxoplasmose, IGeL

Die Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Erreger Toxoplasma gondii“ von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Durch eine Blutentnahme zu Beginn der Schwangerschaft können wir frühzeitig feststellen, ob bereits Antikörper (Abwehrstoffe) gegen Toxoplasmose gebildet wurden. Bei fehlender Immunabwehr sollten weitere Kontrolluntersuchungen folgen.

Streptokokken 35.- 37. Schwangerschaftswoche, IGeL

ß-Streptokokken sind Bakterien, die bei etwa jeder 3. Frau in der Scheide vorkommen, keine Beschwerden verursachen und auch in aller Regel nicht behandelt werden müssen, weder außer- noch innerhalb einer Schwangerschaft. Bei einem Neugeborenen können die ß-Streptokokken zu schweren Infektionen führen, weshalb bei Vorliegen einer Infektion während der Geburt Antibiotika zum Schutz des Kindes verabreicht werden. Bei einer geplanten Spontanentbindung empfehlen wir daher vorab den Abstrich.

Nicht-invasive Praenatal Test (NIPT), IGeL ab 10+0. Schwangerschaftswoche

Test zum Nachweis kindlicher Chromosomenstörungen in mütterlichem Blut. Neue nicht-invasive Methode zur Erkennung von Trisomien (21,18 und 13) beim ungeborenen Kind.
Der Test ist ein früher und vorgeburtlicher Test auf Chromosomenstörungen welcher ab der 10+0.Schwangerschaftswoche aus dem Blut der Mutter durchgeführt werden kann.

Die Nackenfaltenmessung (12 - 14. Schwangerschaftswoche, IGeL)

Bei der Nackenfaltenmessung wird mittels Ultraschall die sogenannte Nackenfalte des Ungeborenen gemessen. So kann die Wahrscheinlichkeit für eine mögliche chromosomale Erkrankung, wie die Trisomie 21, ermittelt werden.

Die Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung, 15.-16.Schwangerschafts-woche)

Mit der Amniozentese können Chromosomenstörungen bei allen 46 Chromosomen sowie einige Stoffwechselstörungen, Hinweise auf Hirnfehlbildungen erkannt werden. Neben der Genetik können auch familiäre Stoffwechselstörungen oder kindliche Infektionen ausgeschlossen werden.

Präeklamsie- Test, IGeL

Früher war sie als Schwangerschaftsvergiftung bekannt und gefürchtet - heute wird die Präeklampsie auch als Gestose oder Schwangerschaftshochdruck bezeichnet. Nur Schwangere können an ihr erkranken. Immerhin fünf bis acht Prozent aller werdenden Mütter sind von einer Präeklampsie betroffen. Was genau dahintersteckt, ist bis heute nicht ganz klar. Es scheint so zu sein, dass der Körper sich gegen die Schwangerschaft zur Wehr setzt: mit Bluthochdruck (vorübergehend erhöht auf über 140/90), mit Ödemen (nicht nur in den Beinen, sondern am ganzen Körper) und mit Eiweiß im Urin.
Deshalb werden Schwangere bei jedem Vorsorgetermin auf diese Symptome untersucht. Als besonders gefährdet, an einer Präeklampsie zu erkranken, gelten übrigens Mehrlingsschwangerschaften.
Ein Bluttest erlaubt mit hoher Zuverlässigkeit die Berechnung einer Präeklamsie bis zu fünf Wochen vor dem Auftreten möglicher Symptome.


Weitere Informationen erhalten Sie gerne von unserem Praxisteam!

Was sind 'Individuelle Gesundheitsleistungen'
Individuelle Gesundheitsleistungen (kurz: IGeL) sind Leistungen, welche durch die gesetzlichen Vorgaben nicht getragen werden und somit aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen herausfallen. Die Kosten dafür müssen vom Patienten selbst getragen werden, unabhängig davon, ob Sie diese Leistungen aus Eigenverantwortung für Ihre Gesundheit in Anspruch nehmen (z.B. bestimmte Vorsorgeuntersuchungen) oder ob eine Untersuchung zwingend vorgeschrieben ist (z.B. Atteste).