Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Gebärmutterkalskrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei der Frau. Pro Jahr erkranken zirka 9 von 100000 Frauen daran. Durch eine regelmäßige Teilnahme an der Krebsvorsorgeuntersuchung können Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs frühzeitig erkannt und behandelt werden, bevor eine lebensbedrohliche Erkrankung daraus wird. Durch Einführung der Früherkennungsprogramms 1971 konnte die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs mehr als halbiert werden. Dies zeigt, wie wichtig es ist, an der Krebsvorsorge teilzunehmen.     

Ein weiterer großer Fortschritt in der Bekämpfung war die Entwicklung der Impfung gegen humane Papillomaviren, die meist für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Dadurch wird ein weiterer deutlicher Rückgang von Gebärmutterhalskrebs erwartet.

Risikofaktoren

Der wichtigste Auslöser von Gebärmutterhalskrebs ist eine über Jahre verbleibende Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) am Gebärmutterhals. Nicht alle Untertypen sind gefährlich. Nur die als Hochrisikotypen bezeichneten Erreger lösen Krebs aus, allen voran HPV 16 und 18.

Jedoch auch bei diesen Typen führt nicht jede Infektion zwangsläufig zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. 50-80% der Menschen kommen im Laufe ihres Lebens in Kontakt mit solchen Viren und meist schafft es der Körper von ganz allein, die Viren wieder zu eliminieren. Nur bei einem Bruchteil verbleibt das Virus im Körper und auch dann benötigt es in der Regel viele Jahre und zusätzliche Risikofaktoren, dass daraus Gebärmutterhalskrebs entsteht.

Solche Kofaktoren sind beispielsweise:

  • Rauchen
  • Infektion mit weiteren Geschlechtskrankheiten, zum Beispiel Chlamydien und Herpes simplex- Viren
  • Zahlreiche Schwangerschaften und Geburten
  • Hormonelle Verhütungsmittel (Pille)
  • Früher Beginn der sexuellen Aktivität und eine große Zahl von Sexualpartnern
  • Immunsuppression

Schutzmaßnahmen
Schutz vor einer Infektion mit humanen Papillomaviren bietet insbesondere die HPV- Impfung, die im Alter von 9 bis 17 Jahren von der Krankenkasse getragen wird.

Kondome können das Ansteckungsrisiko vermindern, wenn sie auch keinen vollständigen Schutz bieten.
Wichtig ist die Teilnahme an den Krebsvorsorgeuntersuchungen, so dass eventuelle Zellveränderungen schon im Frühstadium entdeckt werden.   

Untersuchungsmethoden
Die Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen wird in Deutschland ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich angeboten. Dazu werden beim sogenannten Pap-Abstrich Zellen vom Gebärmutterhals und dem Muttermund abgestrichen und unter dem Mikroskop beurteilt, ob die Zellen gesund und normal aussehen oder nicht.

Weitergehende Untersuchungen sind der Abstrich auf HPV- Viren, der im Falle von Auffälligkeiten beim Pap-Abstrich von der Krankenkasse übernommen wird.
Ergänzend zur normalen Vorsorge kann er außerdem als IGEL- Leistung durchgeführt werden. Dies wird ab dem 30. Lebensjahr alle 3 Jahre empfohlen.

Ein weiteres Verfahren, das die Begutachtung der Zellen unter dem Mikroskop verbessert, ist die sogenannte Dünnschichtzytologie, die allerdings ebenfalls keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist.

Therapie
Je nach Befund reichen im Falle eines auffälligen Pap-Abstriches  zunächst Kontrolluntersuchungen aus. Häufig bilden sich solche Auffälligkeiten von allein wieder zurück.

Falls größere Auffälligkeiten vorliegen, wird zunächst in der Klinik- Sprechstunde eine Kolposkopie durchgeführt. Dabei wird der Gebärmutterhals mit einem Spezialmikroskop betrachtet und gegebenenfalls gezielte Proben entnommen.
Besteht eine Krebsvorstufe (CIN- zervikale intraepitheliale Neoplasie), muss in der Regel eine Konisation durchgeführt werden. Dies ist eine Operation, bei der ein kleiner Kegel vom Gebärmutterhals entfernt wird. Dadurch werden die krankhaften Zellen entfernt und histologisch/feingeweblich untersucht. Diese Operation wird in der Regel ambulant durchgeführt.
Liegt Gebärmutterhalskrebs vor, müssen je nach Ausdehnung die Gebärmutter und gegebenenfalls die Eierstöcke und zugehörigen Lymphknoten entfernt werden. Je nach Stadium ist eine Strahlentherapie und/oder Chemotherapie notwendig. Dies wird häufig in Kombination (Radiochemotherapie) durchgeführt.

Nachsorge
Nach einer Krebserkrankung werden Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt, um mögliche Rezidive möglichst frühzeitig zu erkennen und eventuelle Nachwirkungen der Therapie zu behandeln. Diese erfolgen in den ersten 3 Jahren alle 3 Monate, dann für 2 Jahre alle 6 Monate und schließlich einmal jährlich.

Weiterführende Links:
www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/index.php