Endometriumkarzinom

Krebs des Gebärmutterkörpers (Endometriumkarzinom)
Beim Endometriumkarzinom oder Gebärmutterschleimhautkrebs handelt es sich um eine Krebserkrankung der Schleimhaut im Inneren der Gebärmutterhöhle.
Krebserkrankungen der Gebärmuttermuskulatur sind sehr selten. Der folgende Text bezieht sich ausschließlich auf Gebärmutterschleimhautkrebs. Auf Gebärmutterhalskrebs wird an anderer Stelle eingegangen.
Gebärmutterschleimhautkrebs tritt meist erst im höheren Lebensalter auf. Erste Warnsignale können Blutungen nach den Wechseljahren sein. Solche sollten deshalb immer abgeklärt werden. Die Erkrankung wird dann meist im Frühstadium erkannt und kann mit Aussicht auf Heilung gut behandelt werden.
Wichtig zu wissen ist dabei aber auch, dass nicht jede Blutung nach den Wechseljahren Gebärmutterschleimhautkrebs bedeuten muss. Bei 9 von 10 Frauen haben solche Anzeichen eine vollkommen harmlose Ursache.

Risikofaktoren
Neben dem hohen Lebensalter ist Übergewicht der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterschleimhautkrebs. Bedeutsam ist auch ein langjähriger Östrogeneinfluss, zum Beispiel bei einem Auftreten der Periodenblutung schon in sehr jungen Jahren und einer späten Menopause.
Erbliche Faktoren können bei Vorliegen eines sogenannten Lynch- Syndroms ebenfalls eine Rolle spielen, bei dem auch das Risiko für Darmkrebs erhöht ist. Hellhörig sollte man werden, falls enge Verwandte schon vor dem 50sten Lebensjahr an Darmkrebs oder Endometriumkarzinom erkrankt sind. Dann wäre eine genetische Untersuchung zu erwägen.

Schutzmaßnahmen
Um der Entstehung von Gebärmutterschleimhautkrebs vorzubeugen, empfiehlt sich eine ausgewogene Ernährung, sportliche Betätigung und Erhalt eines normalen Körpergewichts.
Im Falle außergewöhnlicher Blutungsbeschwerden oder Blutungen nach den Wechseljahren sollten Sie sich zur Abklärung beim niedergelassenen Frauenarzt vorstellen.
Bei der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen und die Gebärmutter im Ganzen abgetastet. Eine Früherkennungsuntersuchung für Veränderungen an der Gebärmutterschleimhaut ist dabei nicht vorgesehen. Eine Begutachtung der Gebärmutterschleimhaut ist durch den Transvaginalultraschall möglich. Da der Nutzen der routinemäßigen Anwendung bei Frauen ohne Beschwerden oder familiäre Belastung nicht wissenschaftlich erwiesen ist, wird diese Untersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, sie als sogenannte IGeL- Leistung in Anspruch zu nehmen, bei der die Patientin die Kosten selbst trägt.

Untersuchungen

Als erste Untersuchung wird neben der allgemeinen gynäkologischen Untersuchung meist ein Ultraschall der Gebärmutter beim niedergelassenen Frauenarzt durchgeführt.
Zur genaueren Abklärung wird bei Verdacht auf Gebärmutterschleimhautkrebs im zweiten Schritt meist eine Gebärmutterspiegelung und Ausschabung der Gebärmutterhöhle durchgeführt. Dabei wird die Gebärmutterhöhle mit einer speziellen Sonde betrachtet und Gewebe zur mikroskopischen Untersuchung durch den Pathologen entnommen.
Dieser Eingriff erfolgt unter Narkose, meist können die betroffenen Patientinnen jedoch noch am selben Tag wieder nach Hause gehen.
Wird dabei Gebärmutterschleimhautkrebs festgestellt, sind zur Beurteilung, ob er sich schon über den Gebärmutterkörper hinaus ausgedehnt hat, gegebenenfalls weiterführende Untersuchungen wie zum Bespiel eine Computertomographie, eine Darm- oder Blasenspiegelung nötig.

Therapie
An erster Stelle steht meist die operative Therapie. Dabei werden die Gebärmutter und die Eierstöcke entfernt. Häufig müssen auch Lymphknoten aus dem Bauchraum entnommen werden. Das Ausmaß der Operation hängt davon ab, wie weit der Gebärmutterschleimhautkrebs fortgeschritten ist.
Ob eine Strahlentherapie oder Chemotherapie notwendig ist, hängt ebenfalls von dem Stadium der Erkrankung ab.
Ist sie schon sehr weit fortgeschritten und nicht mehr heilbar, gibt es dennoch Therapiemöglichkeiten, um das Wachstum zu verlangsamen und Beschwerden zu lindern. Hierzu kommen eine Bestrahlung, Chemotherapie oder hormonelle Therapie in Betracht.

Nach erfolgter Therapie hilft eine Rehabilitation, wieder in den Alltag zurückzufinden.
Um den Gesundheitszustand zu überwachen, mögliche Krankheitsfolgen zu behandeln und einen möglichen Rückfall auszuschließen, erfolgt nach Abschluss der Therapie eine regelmäßige Nachsorge beim niedergelassenen Frauenarzt.