Die verschiedenen Chemotherapeutika

Zur Behandlung von Brustkrebs haben sich Medikamente aus verschiedenen Substanzklassen durchgesetzt.
Sie unterscheiden sich durch den unterschiedlichen Angriffsort in der Zelle und ihre unterschiedlichen Nebenwirkungen. Die Substanzen werden meist in Kombinationen eingesetzt, die in klinischen Prüfungen erprobt wurden.

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da kontinuierlich neue Chemotherapeutika entwickelt werden.

  • Alkylantien

- Wirkung:
Heften sich an die DNA der Zellen und blockieren diese. Die Zelle kann sich nicht mehr vermehren und stirbt ab.
- Wichtigster Vertreter:
Cyclophosphamid
- Häufigste Nebenwirkungen:
Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Zerstörung von weißen Blutkörperchen, Menstruationsstörungen und Haarausfall.

  • Antimetabolite

- Wirkung:
Bekämpfen die Zelle während der Teilung. Sie bieten eine Art Pseudonährstoff an und hungern die Zelle aus.
- Wichtige Vertreter:
Methotrexat und 5-Fluorouracil (5-FU)
- Häufigste Nebenwirkungen:
Bei Metotrexat - Übelkeit, Erbrechen, Entzündungen der Mundschleimhaut, Zerstörung weißer Blutkörperchen, Geschwüre und Bindehautentzündungen des Auges.
Bei 5-Fluoouracil - Entzündung der Mundschleimhaut, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, niedrige Blutwerte, Appetitlosigkeit und Haarausfall.
- Neu Substanzen:
Gemcitabin - geringere Nebenwirkungen, kaum Haarverlust
Capecitabine (Xeloda) - wird als Tabletten eingenommen. Erst in der Leber entsteht durch einen Stoffwechselprozess das 5-FU. Soll sich in der Tumorzelle anreichern und dadurch hochwirksam, aber nebenwirkungsarm sein. Kaum Haarausfall, jedoch Auftreten eines s.g. Hand-Fuß-Syndroms (ähnlich Verbrennungserscheinungen).

  • Alkaloide

- Wirkung:
Sie verhindern die Teilung einer Zelle, indem sie die Bildung einer Spindel im Zellkern vereiteln.
- Die wichtigsten Vertreter: Vincristin und Vinorelbin.
- Häufigste Nebenwirkungen:
Vincristin - selten Haarausfall, Taubheit in den Fingern und Zehen, Verstopfung und Kopfschmerzen.
Vinorelbin - besser verträglich, kein Haarausfall.

  • Taxane

- Wirkung:
Sie verhindern die Zellteilung, indem sie die Ausbildung eines Spindelapparates in der Zelle behindern. Früher wurden Taxane als natürliche Stoffe aus einer bestimmten Eibenart gewonnen, heute werden sie synthetisch hergestellt.
- Die wichtigsten Vertreter:
Paclitaxel und Docetaxel.
-
Nebenwirkungen:
Haarausfall, seltener Übelkeit und Erbrechen, Schwund weißer Blutkörperchen und Nervenbeschwerden. Wassereinlagerungen speziell bei Docetaxel.
Die Produkte waren zunächst nur für die Therapie im fortgeschrittenen Stadium zugelassen. Sie werden jetzt auch zur Erstbehandlung für Patientinnen mit Lymphknotenbefall und hohem Rückfallrisiko eingesetzt.

  • Onkologische Antibiotika

- Wirkung:
Binden sich direkt an die Erbsubstanz und verhindern von dort die Zellteilung.
- Wichtigste Vertreter:
Epirubicn (auch Farmorubicin) und Doxorubicin
- Häufigste Nebenwirkungen:
Haarausfall, Entzündungen der Mundschleimhaut, Übelkeit, Erbrechen, Herzschäden und Störungen des Blutbildes.
Doxorubicin gilt als eines der wirksamsten Medikamente, das allerdings auch schwere Nebenwirkungen verursachen kann.