Therapie

Die medizinische Behandlung verläuft in jedem einzelnen Fall etwas unterschiedlich. Denn den "Brustkrebs" gibt es nicht, jede Erkrankung ist individuell. Und je besser man den Krebs kennt, desto zielgerichteter lässt er sich behandeln.

Diagnosestellung ist die Basis
Wie groß ist der Tumor?
Wo liegt er exakt?
Wie sind seine Zellen im Inneren und an der Oberfläche beschaffen?
Wie ist sein Wachstum einzuschätzen?

Die Antworten sind wichtig für die weitere Behandlung.

Mit verschiedenen bildgebenden Verfahren wird vor einer Operation untersucht, ob der Krebs in andere Organe wie Leber, Lunge oder Darm gestreut hat. Darüber hinaus werden auch die Knochen untersucht.

Besprechung im Tumorboard

Nach Abschluss der Diagnose wird Ihr Fall in einem regelmäßig tagenden Tumorboard der Klinik besprochen, um einen für die Diagnosestellung genau passenden Therapievorschlag oder auch Alternativen festzulegen.
In diesem Board sitzen Fachärzte aller relevanten Fachrichtungen, in schwierigen Fällen werden auch Zweitmeinungen anderer Kliniken oder von Experten außerhalb der Klinik eingeholt.

Gemeinsame Entscheidung
Nach Abschluss aller Untersuchungen wird der behandelnde Arzt mit Ihnen -und wenn Sie möchten auch mit Ihren Angehörigen- ein ausführliches Gespräch führen. Er wird die Untersuchungsergebnisse nochmals genau erklären, Ihnen die Therapiempfehlungen des Tumorboards im Detail darlegen und mit Ihnen gemeinsam die für Sie am besten geeignete Therapie festlegen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Alternativen zu verstehen, denn nur dann werden Sie in der Lage sein, selbst aktiv mitzuarbeiten. Wenn Sie unsicher sind, können Sie sich auch gerne eine Zweitmeinung an einer anderen Klinik einholen. Wir unterstützen Sie darin.

Neoadjuvante Chemotherapie
Bei bestimmten Tumoren ist es sinnvoll, noch vor der Operation eine Chemo- oder Strahlentherapie einzuleiten, die den Tumor vor dem Eingriff verkleinern soll.

Damit steigen die Chancen auf eine brusterhaltende Entfernung des Knotens.

Die Operation
Das Ziel der Operation ist immer den Tumor und alle im angrenzenden Gewebe vorhanden Tumorzellen restlos zu entfernen. Ob dies möglich ist, hängt von der Größe des Tumors ab und davon, ob sich dieser gut abgegrenzt hat oder eher diffus darstellt.
Davon ist ebenfalls abhängig, ob brusterhaltend operiert werden kann oder die Brust total entfernt werden muss.
Die Operation beinhaltet auch die Entfernung von Lymphknoten in der Achselhöhle auf der betroffenen Seite. Noch während der Operation werden die sogenannten Wächter-Lymphknoten (Sentinel-Lymphknotenbiopsie) auf Krebszellen hin untersucht.

Bestrahlung
Im Falle einer brusterhaltenden Operation, wird der Bereich, in dem der Tumor saß sowie die Lymphbahnen bestrahlt. 

Chemotherapie
Häufig, aber nicht immer, wird eine zusätzliche Chemotherapie eingeleitet, um eventuell noch im Körper vorhandene Krebszellen abzutöten. Für viele Frauen ist dies der Behandlungsschritt, der am meisten Angst macht. Tatsächlich belasten die Zellgifte, die dabei eingesetzt werden, den gesamten Organismus. Diese wirken heutzutage viel gezielter und damit häufig schonender als früher.

Hormontherapie
Bei bestimmten Tumortypen bedingen eine Hormontherapie. Ist das Wachstum des Tumors östrogenbedingt, unterdrückt man die körpereigene Östrogenproduktion medikamentös.. Frauen, die noch nicht in der Menopause sind, müssen dann mit Wechseljahresbeschwerden rechnen.

Brustwiederaufbau
Muss eine Brust amputiert werden, gibt es heutzutage Möglichkeiten, die Brust wieder aufzubauen. 

  • Jede Frau reagiert anders.

    • Ihr behandelnder Arzt und Psychologe stehen Ihnen zu jeder Zeit für ein Gespräch zur Verfügung
    • Der Austausch mit anderen Betroffenen gibt Hilfestellung
    • Oft hilft auch einfach das Gespräch mit anderen Menschen, die zuhören.
    • Es ist immer wichtig Familie (auch die Kinder!) und Freunde in die Entscheidungen einzubeziehen, denn deren Unterstürzung und Verständnis ist sehr hilfreich