Hormonrezeptoren

Pathologen untersuchen das Gewebe nicht nur darauf, ob es gutartig oder bösartig ist. Für den Fall, dass sich ein klarer Krebsbefund ergibt, fahnden sie in der Gewebeprobe auch nach Hormonrezeptoren und nach Rezeptoren für einen bestimmten Wachstumsfaktor, der das Krebswachstum fördert. Dieser Rezeptor heißt humaner epidermaler Wachstumsfaktor vom Typ 2; geläufig ist er unter dem Kurznamen Her2.

Her2-Bestimmung
Das Her2-Gen steuert die Bildung von Her2-Rezeptoren an der Zelloberfläche. Diese Rezeptoren spielen eine Rolle bei der gesunden Brustentwicklung: Sie haben eine wachstumsfördernde Wirkung und regulieren das Überleben und die Differenzierung von Zellen. Wenn sich sehr viele dieser Rezeptoren auf den Tumorzellen nachweisen lassen, kann das eine schlechte Prognose bedeuten.
Unter bestimmten Voraussetzungen ergeben sich aber Ansatzpunkte für eine sehr wirkungsvolle Therapie mit Antikörpern, die sich speziell gegen diese Rezeptoren richten. Ein Wirkstoff ist Trastuzumab.

Bei dem Test wird die Menge der Rezeptoren auf einer Skala von 0 bis 3 bestimmt. 3+ bedeutet eine starke Überexpression - die Wahrscheinlichkeit, dass die Patientin von einer Trastuzumab-Therapie profitiert, ist hoch. Der Wert 2+ steht für eine geringe Überexpression.

Bestimmung der Hormonrezeptoren
Je nachdem, wie hoch der Gehalt an Hormonrezeptoren ist, ist nach der Operation eine Therapie mit sogenannten Antihormonen sinnvoll.

Dahinter steht folgender Zusammenhang: Bestimmte Hormone regen die Zellen einiger Organe zum Wachstum an. In der Brust geht dieser Effekt von den Hormonen Östrogen und Progesteron aus. Die beiden Botenstoffe werden vor allem in den Eierstöcken produziert und über den Blutkreislauf in die Brust transportiert. Insbesondere das Östrogen kann wie »Dünger« auf Brustzellen wirken. Dieses Prinzip gilt ebenso für Tumorzellen. Auch sie können sich besonders rasch unter dem Einfluss der Botenstoffe vermehren. Genau dies verhindert man bei der Hormontherapie mit bestimmten Medikamenten. Zunächst aber gilt es herauszufinden, wie viele Rezeptoren für die Östrogen oder Progesteron ein Tumor enthält.

Was sind Rezeptoren?
Rezeptoren sind Empfangseinrichtungen in der Zelle. Jeder Rezeptor ist für einen Stoffe »zuständig«; er ist gewissermaßen das Schloss, in das nur ein ganz bestimmter Schlüssel passt. Wenn Schloss und Schlüssel übereinstimmen, kann die Botschaft, die z. B. ein Hormon überbringt, in die Zelle gelangen und diese anregen, sich zu teilen und zu vermehren. Antihormone, wie z.B. Tamoxifen, können diesen Mechanismus blockieren.

Die Bezeichnungen

ER+ östrogenrezeptorpositiv
ER-  östrogenrezeptornegativ
PR+ progesteronrezeptorpositiv
PR- progesteronrezeptornegativ