Therapie

  • Therapie der Grunderkrankung
    Liegt die Ursache der Harninkontinenz in einer bestimmten Grundkrankheit (z. B. als Folge einer Zuckerkrankheit, muss zunächst die Grunderkrankung optimal behandelt werden. Gelegentlich wird die Harninkontinenz durch bestimmte Medikamente ausgelöst, die in diesem Falle unter Einbeziehung des Hausarztes auf andere Präparate umgestellt werden sollten oder die Einnahmezeit geändert werden sollte (z. B. Diuretika bei Herzinsuffizienz oder bestimmte Medikamente bei Bluthochdruck, bestimmte Psychopharmaka, Schlafmittel und viele andere Medikamente). Falls eine Infektion der Harnwege besteht, sollte eine gezielte Infektbehandlung im Urogenitalbereich, eventuell nach Erstellung eines Antibiogramms, erfolgen.
  • Reduktion von Übergewicht
    Besteht Übergewicht sollte dringend eine Gewichtsreduktion angestrebt werden. Allein schon hierdurch lassen sich manche Formen der Harninkontinenz deutlich lindern.
  • Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur
    Sinnvoll ist häufig auch das Erlernen bestimmter Übungen zur Stärkung der Muskulatur des Beckenbodens. Diese Beckenbodengymnastik sollte dann regelmäßig von der Patientin zu Hause durchgeführt werden. Es gibt auch besondere Sonden, die während der Gymnastik den ausgeübten Druck messen und diese Information zum Beispiel per Kopfhörer direkt an die Patientin weitergeben, damit sie sich besser selbst kontrollieren und korrigieren kann.  
  • Hormontherapie
    Eine weitere Therapieoption ist die Lokalbehandlung des äußeren Genitale und der Scheide durch Hormone in Form von Zäpfchen oder Salben. Auch eine systemische Hormontherapie kann erwogen werden. Die Wirkung sowohl der lokalen als auch der systemischen Hormongabe beruht auf einem Wiederaufbau der Schleimhäute bei trockenen und atrophen Verhältnissen. Hierdurch resultiert ein messbarer Druckanstieg in der Harnröhre und eine Besserung der Senkungsbeschwerden.
  • Medikamente
    Bei der Therapie der verschiedenen Formen der Harninkontinenz stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung, die individuell ausgesucht und dosiert werden müssen.
  • Alternative Behandlungsmethoden
    Es gibt auch diverse pflanzliche und homöopathische Therapiemöglichkeiten; auch kann eine Akupunkturbehandlung versucht werden.
  • Operative Methoden
    Zur Behandlung einer Streßinkontinenz stehen auch zahlreiche Operationen zur Verfügung.
  • Pessar
    Bei Patientinnen, bei denen aufgrund des Alters oder der Vorgeschichte eine Kontraindikation zur Operation vorliegt, besteht auch die Möglichkeit eine Pessarbehandlung. Hierbei wird ein Ring in die Scheide eingelegt, um die Scheide, die Blase oder die Gebärmutter mechanisch wieder möglichst in ihre anatomisch korrekte Lage zu bringen. Die Pessare müssen regelmäßig gereinigt und erneuert werden.